Förderpreis „Schreib‘ mal wieder!“

die FDP Lünen erklärt sich völlig einverstanden mit dem Vorhaben der Schulministerin Gebauer zur Verkürzung der Probezeit: „Schreiben nach Gehör“ auf max. ein Jahr.
Ein “ Schreiben nach Gehör “ oder vielleicht: „Schraim nach Gehöa“ in den ersten vier Schuljahren ist absoluter Nonsens.

Das Verfahren ist weder langfristig wissenschaftlich untersucht noch gibt es Belege dafür, dass bei dieser Methode nicht mehr Negatives als Positives am Ende herauskommt.
Wie schon ein altes Sprichwort sagt: Was Hänsschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. So soll es schon jetzt Referendare geben, die die Interpunktion, Grammatik und Orthographie selbst nur unzureichend beherrschen, wie einige Schulleiter hinter vorgehaltener Hand berichten.

Für die heutigen Kinder bedeutet das Schreiben nach Gehör allerdings eine Gleichmacherei, die die Kinder benachteiligt, die lesen und schreiben können.

Denen, die es nicht können, wird mit der Methode nicht geholfen, wie Vergleiche mit anderen Ländern deutlich zeigen.

Von Expeminenten mit Rechenübungen in den Schulen ganz zu schweigen:
so lernen heutzutage erst Studenten an der Uni Münster im zweiten Semester Mathematik, wie die Bruchrechnung funktioniert, da dies in der Schule nicht mehr ausreichend geübt wird.

Oder, wie sich im täglichen Alltag bei vielen Handwerkern zeigt, sind Azubis heute mehr in der Lage einfache Prozentrechenaufgaben durchzuführen:
wie viel Gehalt bekommen Sie mehr, wenn sie aktuell 700 € bekommen und eine Erhöhung um 20% erhalten?
Hier versagen im Einstellungsgespräch über 50% der Bewerber.
Von daher gibt es im Schulwesen noch viel zu tun.

Neue Methoden sollten nur eingeführt werden, wenn deren Wirksamkeit in Versuchen wissenschaftlich belegt wurde. Es gibt viele Beispiele für vermeindliche Vereinfachungen, angefangen 1941, als die Sütterlinschrift verboten wurde, dann wurde 1953 die Normalschrift etabliert, die schon 1972 weiter vereinfacht wurde, bis 2011 dann Druckbuchstaben als Vorgabe statt Schreibschrift empfohlen wurde. Allesamt waren diese Versuche jeweils mit massiver Kritik verbunden, wissenschafliche Untersuchungen, ob diese „Vereinfachungen“ wirklich zu einem besseren Schreiben geführt haben sind mir nicht bekannt.

Von daher ist die Maßnahme von Frau Gebauer zur Verkürzung der Erprobungsphase „Schreiben nach Gehör“ auf max. 1 Jahr sinnvoll und dringend notwendig. Ein „gelassenes Sehen“ der Methode durch die Schulleiter ist sicherlich nicht förderlich.

Gleichmacherei hilft nicht den Schwachen, es senkt nur das Niveau!

Die FDP Lünen will sich deshalb für einen Förderpreis in Lünen „Schreib mal wieder“ einsetzen und hofft auf Unterstützung nicht nur der gelassenen Schuldirektoren sondern auch unseres Kulturdezernenten und zweiter Bürgermeisters Müller-Baß